«Ich bin überzeugt, dass wir in Paris fliegen werden», sagt Dirk Hoke, Chef des Unternehmens Volocopter. Er setzt darauf, dass seine aus Drohnen weiterentwickelten Flugtaxis namens Volocity bei den Olympischen Spielen Passagiere befördern werden. Dafür stehen allerdings noch einige Genehmigungen aus und die Finanzierung ist ebenfalls nicht gesichert. «Es gibt noch Diskussionen mit den Behörden, was genau wir machen werden», sagt Hoke.

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Es scheint durchaus möglich, dass es im Sommer in Paris am Ende kein Angebot für zahlende Fluggäste geben wird, sondern lediglich Demonstrationsflüge. Aber auch dies wäre dem deutschen Unternehmer zufolge ein wichtiger Schritt: Es gehe nicht zuletzt darum, die Bevölkerung von den Vorteilen seines Fluggeräts zu überzeugen.

Das Flugtaxi erinnert äusserlich an einen Mini-Helikopter. Im Cockpit ist Platz für zwei Menschen. Anstelle von grossen Rotorblättern ist auf dem Dach eine kreisförmige Struktur mit 18 kleinen Propellern angebracht.

Heftige Kritik im Pariser Stadtrat

Im Pariser Stadtrat war das Vorhaben auf heftige Kritik gestossen. Als «völlig unsinnig», bezeichnete es etwa der grüne Stadtrat Dan Lert bei einer Debatte im November. Flugtaxis seien «ein umweltschädliches Gadget für Ultrareiche, die es eilig haben». Die Stadträtin Claire de Clermont-Tonnerre verglich das Fortbewegungsmittel mit elektrischen Leihrollern, die in Frankreichs Hauptstadt im vergangenen Jahr verboten wurden. «Das brauchen wir absolut nicht.»

Kritiker befürchten unter anderem zusätzlichen Lärm in der Stadt - ein Argument, dass Hoke nicht gelten lassen will. Das Startgeräusch sei «leiser als ein vorbeifahrender Lkw» und «sobald es eine gewisse Höhe erreicht hat, hört man es gar nicht mehr», sagt er. Das hohe Summen einer handelsüblichen Drohne sei mit den tiefen Frequenzen des Flugtaxis nicht vergleichbar.

Von einer «optischen Verschmutzung» könne auch keine Rede sein. An einem weiss-blauen Pariser Himmel fielen die von der Grösse her mit einem Kleinwagen vergleichbaren Flugtaxis kaum auf, meint Hoke.

Hoher Energieverbrauch

Die französische Umweltbehörde bemängelte ausserdem den Energieverbrauch der Flugtaxis, der nach deren Einschätzung etwa drei Mal so hoch ist wie der eines E-Autos. Volocopter arbeite daran, die Umweltbilanz zu senken, betont der Unternehmenschef. So sollen die Batteriezellen künftig in einer mit Wasserstoff betriebenen Fabrik hergestellt werden.

Der Preis von derzeit zehn bis 15 Euro pro Kilometer werde drastisch fallen, wenn die Flugtaxis in Serienproduktion gingen. «Wir können 50 Stück pro Jahr herstellen», sagt Hoke. Und die Sicherheit der Passagiere sei durch die strengen Auflagen garantiert. «Die Luftfahrt ist heute die sicherste Mobilitätsart», betont er.

Bis zu fünf Strecken

Es bleibt die Frage, wie der neue Fremdkörper am Himmel bei der Bevölkerung ankommt. Während der Olympischen Spiele sollen die Flugtaxis auf bis zu fünf Stecken fliegen. Ein Start- und Landeplatz wird derzeit auf einer schwimmenden Plattform auf der Seine nahe dem Bahnhof Austerlitz gebaut.

Für die kommenden Jahre gibt es bereits weitreichende Pläne: So sollen die Flugtaxis im kommenden Jahr in Rom und Osaka fliegen, ausserdem sind Fluggeräte mit fünf Sitzen und grösserer Reichweite für Regionalflüge geplant.

Neben Volocopter arbeiten weltweit zahlreiche Unternehmen an ähnlichen Lösungen. Dabei stehen alle vor derselben Herausforderung, dass es kaum passende Regeln für sie gibt, da sie ein Mischung aus Drohne, Helikopter und Taxi sind. «Dabei sein ist alles», lautet das olympische Motto.