Die Solvenzquote, also das Verhältnis der Eigenmittel zu den gesetzlich geforderten Kapitalpuffern, sei in der Schaden- und Unfallversicherung im Branchenschnitt mit rund 280 Prozent stabil geblieben, teilte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch mit. In der Lebensversicherung habe sie zum Jahresende zwischen 285 und 295 Prozent gelegen, nach 305 Prozent Ende 2023. Die Unternehmen müssen die endgültigen Quoten bis zum 8. April melden.
«Das zeigt: Auch in Krisenzeiten ist die Kapitalausstattung der Versicherer unverändert stabil», sagte Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Selbst bei einer Solvenzquote von 100 Prozent hätten die Versicherer ausreichend Mittel, um in einer extremen Lage, wie sie nur alle 200 Jahre vorkommt, allen Verpflichtungen gegenüber den Kunden nachzukommen. Die deutschen Versicherer profitieren davon, dass viele von ihnen als Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit (VVaG) organisiert sind, die ihren Kunden gehören und ihre Gewinne nicht ausschütten.
Bei der Einführung der Solvenz-Regulierung durch die EU hatte die Branche noch Übergangsregelungen durchgesetzt, mit denen sie die strengeren Anforderungen bis Ende 2031 leichter erfüllen können. Die allermeisten Versicherer verzichten aber inzwischen auf die Übergangsmassnahmen, wie der GDV erklärte. «Die Versicherer sind schneller als geplant voll in Solvency II angekommen», sagte Asmussen. (Reuters/hzi/pg)