13 Monate mussten die Migros-Angestellten der Fachmärkte Micasa und Do it + Garden warten und bangen. Jetzt hat der orange Riese informiert. Am Dienstagmorgen schreibt die Migros in einer Medienmitteilung, dass Micasa verkauft wurde. «Für Do it + Garden konnte keine gesamtheitliche Nachfolgelösung gefunden werden, weshalb die meisten Filialen bis Ende Juni 2025 schliessen.» Zudem werde die Genossenschaft Migros Zürich den Franchise-Vertrag mit Alnatura nicht verlängern. Insgesamt 625 Jobs sind betroffen. Es ist ein weiterer Schritt im grossen Umbauplan der Migros. Die «Handelszeitung» hat die Übersicht:

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Do it + Garden Baumärkte: 31 Filialen schliessen

Hiobsbotschaft für die Angestellten aber auch die Kundinnen und Kunden der «Do it + Garden»-Fachmärkte: Die allermeisten Filialen werden bis spätestens Ende Juni 2025 für immer schliessen. «Leider konnte für Do it + Garden trotz intensiver Bemühungen kein Käufer gefunden werden. Mit zahlreichen Interessenten wurden Gespräche geführt, jedoch sah keiner das Potenzial, das Geschäft landesweit erfolgreich weiterzuführen», schreibt die Migros am Dienstagmorgen. 

Die Do-it-Filialen in Carouge und Nyon werden wie bereits bekannt an OBI übergehen. Für vereinzelte «Do it + Garden»-Standorte laufen dezentral weiterhin Verhandlungen mit potenziellen Interessenten, schreibt die Migros. 31 der 45 Baumärkte werden indes schliessen. Davon betroffen sind laut dem orangen Riesen 466 Mitarbeitenden von Do it + Garden. Für sie würden «bestmögliche Anschlusslösungen innerhalb oder ausserhalb der Migros-Gruppe gesucht» werden, so die Migros. Falls das nicht klappe, komme der Migros-Sozialplan zur Anwendung. Und weiter: «Sämtliche Lernende von Do it + Garden können ihre Ausbildung innerhalb oder ausserhalb der Migros fortsetzen und abschliessen.»

An die Kunden gerichtet schreibt die Migros, man werde weiterhin alle Garantie- und Serviceleistungen für «Do it + Garden»-Produkte sicherstellen. «Kundinnen und Kunden können sich dafür an den Kundendienst in jeder Migros-Filiale wenden.»

Das passiert mit Micasa

Auch die Kunden und Mitarbeitenden von Micasa warten schon lange auf eine Antwort der Migros. Jetzt können sie aufatmen. Denn der Inneneinrichter bleibt bestehen. Philipp Agustoni, der heutige CEO von Micasa, und Manuel Landolt, der COO der Migros Fachmarkt AG, übernehmen im Rahmen eines Management-Buyouts 30 Micasa-Filialen. Die Unternehmer werden von der Firma Rethink unterstützt. 

Die neue Leitung übernimmt per 1. September 2025. «Gemeinsam mit Rethink starten wir voller Energie in ein neues Kapitel für Micasa», lässt sich Agustoni in der Medienmitteilung zitieren. «Gemeinsam werden wir die Zukunft des Wohnens in der Schweiz mitgestalten.»

Alle Mitarbeitenden und Lernenden in den Filialen werden weiterbeschäftigt. Und auch für Kundinnen und Kunden gibt es gute Nachrichten: Die Garantie- und Serviceleistungen der Produkte bleiben gültig. Kurzfristig gibt es für sie also keine spürbaren Änderungen.

Aber: Die Veräusserung von Micasa in Kombination mit der Schliessung von Do it + Garden haben auch Auswirkungen auf übergreifende Funktionen. Die Migros Fachmarkt AG wird bis Ende Januar 2026 ihre Aktivitäten einstellen. Davon sind 159 Mitarbeitende betroffen. Zusammen mit den 466 Stellen bei Do it + Garden macht das 625 Jobs, die vom Verkauf respektive der Schliessung betroffen sind.

Alnatura-Vertrag wird nicht verlängert

Für die Bio-Märkte Alnatura gibt es dafür keine besonders gute Neuigkeiten. Die Migros Genossenschaft Zürich wird den Betrieb der 25 Alnatura-Filialen «mittelfristig» aufgeben. Seit 2012 führte die Genossenschaft die Bio-Märkte mit einem Franchise-Vertrag von Alnatura Deutschland. Die Partnerschaft wird jetzt in gegenseitigem Einverständnis nicht verlängert.

«Nach umfangreichen Analysen sind wir zum Schluss gelangt, dass die Migros Zürich künftig nicht mehr die beste Betreiberin für die Alnatura-Filialen ist», erklärt Patrik Pörtig, Geschäftsleiter Migros Zürich. «Der Rückzug aus diesem Geschäftsmodell ist das Resultat unserer konsequenten Fokussierung auf den Migros-Supermarkt und der entsprechenden Ausrichtung der Ressourcen.» 

Was mit den Filialen genau passiert, ist noch nicht klar. Alnatura will hierzu noch im ersten Halbjahr 2025 informieren. Für die Angestellten geht das Bibbern also weiter. Für die Kundschaft ändert sich vorerst nichts, die Geschäfte bleiben weiterhin offen.