Kein anderer Auftritt an der Tech-Konferenz TED Talk im April letzten Jahres wurde lauter bejubelt: Erfinder Imran Chaudhri von der Firma Humane AI präsentierte ein kleines Gerät zum Anstecken ans Hemd, das auf jede Frage eine Antwort hat, Unterhaltungen im individuellen Tonfall des Benutzers übersetzt, eingehende Nachrichten zusammenfasst und per Laser ein Display auf die Hand projiziert. Der AI Pin sei, so der Hersteller, von Grund auf für künstliche Intelligenz (KI) entwickelt worden: «Sie können die ganze Macht der KI überallhin mitnehmen und nahtlos in das tägliche Leben integrieren», versprach Chaudhri und erhielt dafür stehende Ovationen. Der KI-Anstecker, so schien es, würde das Next Big Thing werden und das Smartphone endlich überflüssig machen.

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Inzwischen ist der AI Pin erhältlich – und die Kritiker zerreissen ihn: Er gebe gar keine oder falsche Antworten, sei viel zu langsam in seinen Reaktionen und umständlich zu bedienen, die Batterie mache nach zwei Stunden schlapp. «Das schlechteste Produkt, das ich je getestet habe», «fehlerhaft bei allem, was es tut, fast immer», oder ganz einfach «unbrauchbar» lauten die Urteile, von einer dummen Idee statt künstlicher Intelligenz ist die Rede. Auf dem Markt ist das Gerät ein solch gewaltiger Flop, dass sich der Hersteller Humane AI inzwischen gleich selbst zum Verkauf gestellt hat.