Es war der wohl ungewöhnlichste Jobanruf der Schweizer Konzerngeschichte. «Bist du mir noch böse?», fragte Daniel Vasella seine frühere Nummer zwei Jörg Reinhardt, den er drei Jahre zuvor rüde vom Campus gejagt hatte. Der Befragte war erst konsterniert und dann überrascht: Vasella bot ihm seine Nachfolge als VR-Präsident an. Dass der obsessiv-autoritäre Langzeit-Lenker an der Spitze des Weltkonzerns Novartis sie im Alleingang löste, demonstrierte eindrücklich seine Machtbasis – und sein Machtverständnis.

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Als Reinhardt zwölf Jahre später seine eigene Nachfolge regelte, lief alles geregelter und gemäss sauberer Corporate Governance ab – ein weiteres Signal, dass der Pharmazeut aus dem Saarland die Firma nach den Vasella-Drama-Jahren in deutlich gemächlichere Gewässer gesteuert hat. Doch einen Schuss Vasella gönnte sich auch Reinhardt noch.