Zeno Staub (56), Sohn eines Schulabwarts aus der Ostschweiz, hat derzeit einen Lauf: Die Universität St. Gallen, wo der Dr. oec. einst sein Studium absolviert hatte, gab Mitte Februar bekannt, dass er zum Präsidenten des Universitätsrats, des obersten Organs der HSG, auserkoren worden sei. Nur wenige Wochen später dann die nächste ehrenvolle Berufung: Der Verwaltungsrat der Vontobel Holding beantragt der Generalversammlung vom 2. April die Neuwahl von Staub in den VR. Die Zustimmung durch die Aktionäre ist nur Formsache: Die Vontobel-Besitzerfamilie, die Staub persönlich um seinen Einzug gebeten hat, hat 50,9 Prozent der Stimmen und gibt damit den Kurs vor.
Als Politiker chancenlos
Mit Staub kommt neu ein Mann ins Gremium, der die Bank wie kein anderer kennt: Zwölf Jahre lang, von 2011 bis 2023, prägte er Vontobel als CEO, nachdem er schon vorher als Mitglied der Geschäftsleitung die beiden Geschäftsbereiche Assetmanagement und Investmentbanking als Spartenchef geleitet hatte – insgesamt 22 Jahre hat Staub in Diensten des Zürcher Investmenthauses verbracht. Schon 2023, bei der Ankündigung seines Abgangs per April 2024, war ein späterer Einzug Staubs in den VR kommuniziert worden, nach einer Cooling-off-Periode von einem Jahr.