Im vergangenen Jahr feierte die CSS ihr 125jähriges Jubiläum. Aber die Luzerner hatten dabei nicht immer Grund zum Feiern, denn ausgerechnet das Jubiläumsjahr brachte einige Herausforderungen mit sich. Die Krankenversicherung stand mehr in den Schlagzeilen, als ihr lieb sein konnte: Zum einen sanken die Finanzreserven innerhalb von drei Jahren um über eine Milliarde Franken und die Solvenzquote rutschte von 2025 Prozent auf nur noch 84 Prozent ab. Zum anderen musste die CSS auch aufgrund der finanziellen Schieflage die Prämien um 8,6 Prozent erhöhen, während der Branchendurchschnitt bei rund 6 Prozent lag. Eine schwere Hypothek, mit der die CSS aber überraschend schnell zurechtkam, wie ein Blick auf das Geschäftsergebnis zeigt.

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Gewinn steigt deutlich

So schloss die CSS Gruppe das Jahr mit einem Gewinn von 62,7 Millionen Franken ab und verzeichnete damit ein deutliches Plus von über 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dabei profitierte sie vor allem von einem positiven Ergebnis in der Zusatzversicherung sowie einer verbesserten Rendite auf den Kapitalanlagen, wie Finanzchef Rudolf Bruder in einem Mediengespräch aufzeigte.

Zwar sank der Gewinn im Geschäft mit Krankenzusatzversicherungen um fast 15 Prozent von rund 222 Millionen Franken auf 190 Millionen Franken und die Combined Ratio kletterte um 5,1 Prozent auf 93,5 Prozent. Gleichzeitig konnte der Verlust im KVG-Geschäft von 181 Millionen Franken in 2023 auf rund 129 Millionen verringert werden, hier verbesserte sich die Combined Ratio um 1,4 Prozentpunkte auf 102,7 Prozent. Zudem profitierte die CSS von einer guten Performance an den Kapitalmärkten und konnte ihre Anlagerendite um 1,8 Prozentpunkte auf 4,7 Prozent erhöhen.

Solvenzquote wieder über gesetzlichen Anforderungen 

Insgesamt zeigt sich «ein wesentlich erfreulicheres Bild», wie CSS-CEO Philomena Colatrella im Mediengespräch betont. «Wir haben ein erfolgreiches Aufholjahr hinter uns». Die CSS konnte das Ruder also schneller herumreissen, als viele Beobachter es erwartet hatten. Das zeigt sich vor allem bei der Solvenzquote, die angesichts der positiven Kennzahlen zum Stichtag 1.1.2025 auf 124 Prozent gesteigert werden konnte und damit wieder über den gesetzlichen Anforderungen liegt.

Aber auch der Verwaltungskostensatz wurde unter anderem aufgrund von Effizienzsteigerungen und Automatisierungsmassnahmen von bereits sehr guten 3,9 Prozent noch einmal um 0,2 Prozentpunkte auf nunmehr «rekordtiefe» 3,7 Prozent verbessert. Damit zählt die CSS nach eigenen Angaben zu den effizientesten Krankenversicherern der Schweiz. 

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Ein Wermutstropfen aber bleibt: Aufgrund der überdurchschnittlichen Prämienerhöhungen verlor die CSS im vergangenen Jahr rund 60'000 Versicherte in der Grundversicherung. Das sei angesichts der Herausforderungen laut Colatrella aber «eher eine positive Überraschung» und soll eine Momentaufnahme bleiben.

Denn mit dem Zahlenkranz habe die CSS die Grundlage für Investitionen in Innovationen wie die neue Krankenzusatzversicherung «Livo» und neue integrierte Versorgungsmodelle geschaffen. Zudem sei es das Ziel, in der nächsten Prämienrunde wieder deutlich attraktiver zu werden und positive Ergebnisse in der Grundversicherung auszuweisen.