Das Geschäftsjahr 2024 der Swiss Re war geprägt vom CEO-Wechsel im Sommer, einer Anpassung in der Rechnungslegung, schweren Wirbelstürmen in Florida und einer massiven Aufstockung der Reserven im US-Haftpflichtgeschäft. 

Über den Erwartungen

Der Reingewinn belief sich auf 3,24 Milliarden US-Dollar, wie Swiss Re am Donnerstag mitteilte. Damit liegt das erstmals nach neuer Rechnungslegung (IFRS 17) vorgelegte Jahresergebnis über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres von 3,14 Milliarden. Swiss Re selber hatte einen Gewinn von 3,0 Milliarden in Aussicht gestellt, Analysten hatten im Durchschnitt einen Überschuss von knapp 3,2 Milliarden erwartet.

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Noch im November musste der neue Chef Andreas Berger das ursprünglich kommunizierte Gewinnziel (3,6 Milliarden Dollar) deutlich senken. Auslöser war eine tiefgreifende Überprüfung der Reserven zum US-Haftpflichtgeschäft und die in der Folge vorgenommene Reservestärkung um nicht weniger als 2,4 Milliarden. Demgegenüber profitierte Swiss Re während des Jahres von weiteren Tarifsteigerungen und der guten Entwicklung an den Finanzmärkten.

Grossschäden drücken auf das Ergebnis

Die Grossschäden infolge von Naturkatastrophen drückten im P&C Re-Geschäft mit 1,0 Milliarden Dollar auf das Ergebnis. Die grössten Schäden seien durch schwere Hagelunwetter in Kanada, den Sturm «Boris» in Mittel- und Osteuropa Europa sowie die Hurrikane «Debby», «Helene» und «Milton» in den USA verursacht worden, hiess es.

Durch die Erhöhung der Rückstellungen und Naturkatastrophenschäden belastet brach der Spartengewinn um ein Fünftel auf 1,2 Milliarden Dollar ein. Der zur Messung der Profitabilität wichtige Schaden-Kosten-Satz verschlechterte sich um knapp 5 Prozentpunkte auf 89,9 Prozent. Gleichzeitig wuchs der Versicherungsumsatz auch dank weiterer Preissteigerungen um 0,9 Prozent leicht auf 19,8 Milliarden.

Gewinnsprung bei Corporate Solutions 

Einen Gewinnanstieg schaffte Swiss Re in der Lebensparte (L&H Re). Dort rückte der Gewinn um 6 Prozent auf 1,53 Milliarden Dollar vor, insbesondere dank lukrativer Geschäfte an den Finanzmärkten. Über die gesamte Gruppe hinweg verbesserte sich die Anlagerendite gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Punkte auf 4,0 Prozent.

Einen Gewinnsprung legte die Firmenerstversicherung Corporate Solutions (CorSo) hin. CorSo steuerte mit 829 Millionen Dollar (Vorjahr 658 Millionen) deutlich mehr zum Gruppenergebnis bei. Robuste Margen und tiefer als erwartet ausgefallene Forderungen aus Man-made-Schäden trugen dazu bei.

Satte Dividendenerhöhung

Den Aktionären schlägt Swiss Re je Aktie eine um 8 Prozent auf 7,35 US-Dollar erhöhte Dividende zur Zahlung vor. Der Konzern hält dabei an der Zielsetzung fest, die Dividende bis 2027 jährlich um mindestens 7 Prozent zu erhöhen.

Auch an dem für 2025 gesetzten Gewinnziel von 4,4 Milliarden Dollar hält Swiss Re fest. Daran ändern auch die zu den Waldbränden in Kalifornien erwarteten Schäden in Höhe von unter 700 Millionen Dollar nichts. Im Januar hatte eine Feuerwalze im Norden der Grossstadt Los Angeles für Zerstörung gesorgt. Die Schäden für die gesamte Versicherungsindustrie werden auf rund 40 Milliarden geschätzt.

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Positiver Preistrend hält an

Die Aussichten für Swiss Re präsentieren sich nach wie vor gut, denn der für Rückversicherer positive Preistrend hält an. In der für Vertragserneuerungen wichtigen Januar-Runde weitete Swiss Re im P&C Re-Geschäft das zur Erneuerung anstehende Prämienvolumen um 7 Prozent auf 13,3 Milliarden Dollar aus. Insgesamt seien dabei Preiserhöhungen von 2,8 Prozent erreicht worden, hiess es. (awp/hzi/bdw)