Der Nettogewinn des grössten Sparkassen-Versicherers in Deutschland stieg auf 354 (2023: 341) Millionen Euro, den höchsten Stand seit der Privatisierung vor 30 Jahren, wie Vorstandschef Frank Walthes der Nachrichtenagentur Reuters sagte. «Wir sind extrem gut herausgekommen.» Das lag vor allem daran, dass die VKB den grössten Teil der Verluste aus den Überschwemmungen um Pfingsten 2024 in Bayern und im Saarland auf die Rückversicherer abwälzen konnte, sowie an einem guten Kapitalanlageergebnis.
Die Beitragseinnahmen der Versicherungskammer (VKB) stiegen auf mehr als neun (2023: 8,7) Milliarden Euro. Damit behauptete sie ihren Platz unter den grössten zehn deutschen Versicherern. Das Plus lag vor allem an der Schaden- und Unfallversicherung, in der die Bruttobeiträge um 9,2 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro wuchsen. Die Verluste in der Autoversicherung, die die gesamte Branche plagen, seien zurückgegangen. «Aber wir haben noch eine Runde in der Sanierung vor uns», sagte Walthes. Trotz der Preiserhöhungen erhöhte sich der Bestand an Kfz-Policen um neun Prozent. Die Schaden-Kosten-Quote in der Sachversicherung verbesserte sich brutto auf 102,5 von 106,2 Prozent. Quoten über 100 zeigen operative Verluste an.
Von 380 Millionen Schäden aus Naturkatastrophen entfielen rund 300 Millionen auf die Überschwemmungen an Flüssen in Bayern und im Saarland, in dem die VKB ebenso vertreten ist wie in der Pfalz, in Berlin und Brandenburg. 250 Millionen davon übernahmen die Rückversicherer. «Als Regionalversicherer mit exponierter Marktstellung in unseren Geschäftsgebieten haben uns diese extremen Wetterereignisse besonders gefordert», sagte Walthes. Die VKB allein trug 15 Prozent der versicherten Schäden aus der Flutkatastrophe. Die Versicherungsdichte gegen Elementarschäden wie Hochwasser und Starkregen habe man in den vergangenen Jahren auf 50 von 30 Prozent geschraubt, sagte Walthes. Damit liegt sie im bundesweiten Durchschnitt.
In der Lebensversicherung bröckelten die Bruttobeiträge auf 2,28 (2,36) Milliarden Euro. Das lag vor allem an den Einmalbeiträgen, die oft als reine Kapitalanlage genutzt werden, sagte Walthes. Dort seien vor allem kurzlaufende Policen gefragt gewesen, bei denen sich die VKB zurückhalte, um den Sparkassen keine Konkurrenz zu machen. Mit Beitragseinnahmen von 840 (900) Millionen Euro gehöre sie bei den Einmalbeiträgen dennoch zu den grössten drei Anbietern im Markt. Zu weiteren Fusionen unter den Sparkassen-Versicherern gibt sich Walthes zurückhaltend: «Da müssen sich die Eigentümer einigen.» Während die VKB den Sparkassen in Bayern, Rheinland-Pfalz und im Saarland gehört, sind an anderen Gesellschaften auch Landesbanken, Länder und Landschaftsverbände beteiligt. «Vom Kunden- und Geschäftsmodell spricht nichts dagegen», sagte Walthes. «Auch von der Grösse her ist das noch nicht ausgereizt.» Zuletzt hatten die Provinzial Rheinland und NordWest fusioniert. (reuters/hzi/ps)