US-Präsident Donald Trump hat Zölle von 25 Prozent auf Auto-Importe aus dem Ausland verkündet. Diese sollten für alle Autos gelten, die nicht in den USA produziert worden seien, sagte Trump am Mittwoch im Weissen Haus.

Der US-Präsident hat seit seinem Amtsantritt im Januar eine Reihe von Zöllen angekündigt oder in Kraft gesetzt. So gelten seit dem 12. März neue US-Zölle von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminium-Einfuhren.

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Produktionsstandort stärken

Trump will mit den Zöllen die USA als Produktionsstandort stärken und Handelsdefizite abbauen. «Wir werden uns einen Teil des Geldes zurückholen, das uns genommen wurde», argumentierte er. Der Schritt werde dafür sorgen, dass Automobilhersteller wieder vermehrt in den USA produzieren. «Ich denke, unsere Automobilbranche wird florieren wie noch nie zuvor.» 

Während die USA auf Autos aus der EU bisher nur 2,5 Prozent Zoll erheben, verlangt die EU 10 Prozent auf US-Autoimporte. Die US-Zölle auf Pickups und leichte Nutzfahrzeuge sind mit 25 Prozent heute bereits deutlich höher. Einige Unternehmen produzieren daher in den USA oder liefern die Fahrzeuge in Einzelteilen und setzen sie in den USA zusammen.

Fast die Hälfte aller in den USA verkauften Fahrzeuge wird importiert, wie die «New York Times» unter Berufung auf Daten der Wall-Street-Beratungsfirma Bernstein berichtet. Auch fast 60 Prozent der Teile in Fahrzeugen, die in den USA montiert werden, stammen demnach aus dem Ausland.

Zu den wichtigsten Lieferanten gehören Mexiko, Japan, Südkorea, Kanada und Deutschland. US-Zölle auf Fahrzeugimporte dürften die deutsche Autoindustrie erheblich belasten: Die USA sind ihr wichtigster Absatzmarkt, wie jüngste Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen.

Das Vorgehen des US-Präsidenten lässt Befürchtungen vor einem weltweiten Handelskrieg mit verheerenden wirtschaftlichen Auswirkungen wachsen.

Druck auf Autoaktien

Die Auswirkungen der angekündigten Zölle auf importierte Autos sind am Donnerstag auch am Aktienmarkt zu sehen. Der deutsche Dax verliert im frühen Handel am Donnerstagmorgen 1,5 Prozent. Besonders betroffen sind natürlich die Autobauer: Die Volkswagen und BMW-Aktie fällt um 4, Porsche und Mercedes um 4,5 Prozent. 

In Japan siehts ähnlich aus. Toyota verlor am Donnerstag im Handel über 2 Prozent. Und in den USA notieren die Autobauer vorbörslich ebenfalls tiefer, Ford verliert 4, Tesla 1,5 Prozent.

(sda/rms/dob)