Das Schweizer Verteidigungsdepartement (VBS) verliert in kurzer Zeit zwei wichtige Führungspersonen: Armeechef Thomas Süssli (58) tritt Ende 2025 zurück und Nachrichtendienst-Chef Christian Dussey (59) folgt 2026. Dieser Knall wurde am Dienstag bekannt – allerdings erfuhr die Öffentlichkeit die Neuigkeit aus der Presse und nicht aus erster Hand von Verteidigungsministerin Viola Amherd (62).
Die «NZZ» berichtete gestern als Erstes über die Welle an Kündigungen, die im VBS eingereicht wurden. Damit erfuhren viele Politiker aus der Presse über die gewichtigen Abgänge im Schweizer Sicherheitsapparat. Mitte-Ständerätin Andrea Gmür (60, LU), Präsidentin der Sicherheitspolitischen Kommission, fragte auf der Plattform X: «Woher das Leak?»
Am Dienstag wurde aus der Presse bekannt, dass Christian Dussey, Chef des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB), gekündigt hat.
Geheimdienst-News an die Presse gelangt
Wo das Leak liegt, will nun auch das VBS genau wissen. Gegenüber Blick teilt das Departement von Amherd mit, dass eine Strafanzeige eingereicht werde. Es macht offensichtlich keinen guten Eindruck, dass der Geheimdienst den Abgang des eigenen Chefs nicht geheim halten kann.
Gmür vermutet eine undichte Stelle im Departement von Bundesrätin Karin Keller-Sutter (61). Die Freisinnige stehe der NZZ nahe, «und es hat sich schon öfters gezeigt, dass auf diesem Weg Informationen vorzeitig an die Öffentlichkeit gelangen». Das Finanzdepartement von Keller-Sutter wollte bisher zu Gmürs Äusserungen nicht Stellung beziehen.
Die Mitte-Ständerätin ärgert sich am Dienstag darüber, dass die Rücktrittsankündigungen «einmal mehr zuerst über Leaks in den Medien bekannt wurden», wie sie Blick sagte. «Das ist eine absolute Katastrophe! Das Vertrauen ist dahin. Wie soll ein Bundesrat so noch arbeiten können?» Voraussichtlich am Mittwoch wird der Bundesrat über die neuesten Entwicklungen im VBS informiert. Bislang haben sich die Betroffenen nicht öffentlich geäussert. Es wird erwartet, dass Amherd nun auch öffentlich Stellung bezieht.
Dieser Artikel erschien zuerst bei Blick unter dem Titel «VBS reicht Anzeige wegen Leak ein».