In einer Welt, die zunehmend auf nachhaltige Energien setzt, rückt die Bedeutung bestimmter Mineralien und Rohstoffe in den Vordergrund. «Future Minerals» sind dabei nicht nur für die Energiewende, sondern auch für Investoren von Bedeutung. «Future Minerals umfassen Rohstoffe wie Kupfer, Lithium, Aluminium, Platin und Nickel, also essenzielle Mineralien für die zukünftige Entwicklung der Volkswirtschaften», sagt Iain Pyle, Co-Manager des Abrdn Future Minerals Fund. «Future Minerals entsprechen im Grossen und Ganzen den Rohstoffen, die für die Energiewende – weg von fossilen Brennstoffen und hin zur Elektrifizierung – wichtig sind.»
Wichtige Diversifizierung
Laut Pyle befinden wir uns am Beginn eines neuen «Superzyklus» für Future Minerals und demnach in einer Phase, in der die Nachfrage aufgrund struktureller Veränderungen deutlich und langfristig steigt. «Wir sehen einen starken und wachsenden Bedarf an Future Minerals angesichts der Abkehr von fossilen Brennstoffen und der zunehmenden Elektrifizierung», betont er. Mit beeindruckenden Beispielen. In China stieg der Anteil der Elektrofahrzeuge an Autoverkäufen in kürzester Zeit von etwa 2 Prozent im Jahr 2020 auf etwa 40 Prozent im letzten Jahr. Die Akzeptanz erfolgte schnell. In den Industrieländern ist die Durchdringung mit Elektrofahrzeugen noch nicht so weit fortgeschritten, wird sich aber in Pyles Augen beschleunigen, da der Verkauf von Verbrennern eingeschränkt wird und die Anschaffungskosten für ein E-Auto sinken.
Future Minerals bieten nicht nur spannende Wachstumschancen, sondern auch eine wichtige Diversifizierung von den aktuellen Indizes und Marktbereichen wie der Technologiebranche. «Die Anlagen eignen sich am besten für Menschen, die bereit sind, eine langfristige Perspektive einzunehmen, da sich das strukturelle Thema über viele Jahre erstrecken wird und einer gewissen kurzfristigen Zyklizität ausgesetzt sein wird», erläutert Pyle.
Steigende Nachfrage
Die besten Voraussetzungen für eine überdurchschnittliche Wertentwicklung eines Rohstoffs sind eine strukturell steigende Nachfrage und ein begrenztes Angebot. Dazu Pyle: «Das Engagement in Bereichen mit sehr grossem, langfristigem Nachfragewachstum wie Elektrifizierung und Energiewende in Verbindung mit der Ressourcenknappheit bei Mineralien wie Kupfer bietet eine überzeugende Chance.» Im Vergleich zu Rohstoffen mit rückläufiger Nachfrage oder reichlichem Angebot sind Future Minerals somit deutlich besser positioniert.
Aber klar: Bei Investitionen in Future Minerals gibt es auch Risiken. Pyle empfiehlt daher, in Unternehmen zu investieren, die mit Future Minerals in Verbindung stehen, und nicht direkt in die Mineralien selbst. «Anstatt in zukünftige Mineralien selbst zu investieren, sollten Anlegende eine Diversifizierung anstreben, indem sie in Unternehmen der Wertschöpfungskette investieren, die mit zukünftigen Mineralien verbunden sind.» Dazu gehören Bergbauunternehmen, Lieferanten von Anlagen und Produkte wie Elektroautos. Dieses Vorgehen ermöglicht es Anlegenden, entlang der gesamten Wertschöpfungskette von den Chancen zu profitieren, die Future Minerals bieten. «Durch die Unterstützung erfahrener Managementteams und Unternehmen mit qualitativ hochwertigeren, kostengünstigen Anlagen versuchen wir, die Renditen vor Konjunkturschwankungen zu schützen und die langfristigen Erträge zu maximieren», so Pyle. «Im Laufe der Zeit hat die Anlage in Bergbauaktien bessere Renditen erbracht als die direkte Anlage in Rohstoffe.»
Gute Renditechancen
Ein Blick auf den Bloomberg Commodities Index, der die Gesamtrendite aus Rohstoffen anzeigt, und den MSCI ACWI Commodity Producers Index, der ein breites Spektrum an rohstoffproduzierenden Unternehmen abbildet, bestätigt dies: In den letzten 15 Jahren betrug die Rendite 490 Prozent für Unternehmen gegenüber 165 Prozent für Rohstoffe, also etwa drei zu eins. Und die Nachfrage nach Future Minerals wird stark durch die Notwendigkeit und die Politik der Regierung angetrieben. «Die Notwendigkeit, sich von fossilen Brennstoffen zu lösen und auf Elektrifizierung umzusteigen, ist klar», sagt Pyle. Diese Entwicklung wird durch neue Vorschriften gut unterstützt, was bedeutet, dass die Nachfrage stark bleiben wird.
Geht es um die Auswirkungen von Handels- und Zollpolitik auf den Future-Minerals-Markt gibt es noch kein klares Bild. Pyle bleibt jedoch optimistisch: «Wir gehen davon aus, dass die Triebkräfte des Nachfragewachstums robust sind, unabhängig von Handelsabkommen, da sie durch Politik und Investitionen unterstützt werden.» Ein protektionistischer Ansatz der US-Politik könnte beispielsweise heimische Produzenten fördern und zusätzliche Investitionsmöglichkeiten eröffnen.