Jetzt ist es soweit: Nach mehr als einem Jahr hat die Migros einen Käufer für die Mibelle-Gruppe gefunden. Das spanische Familienunternehmen Persán kommt zum Handkuss. «Über die Bedingungen des Verkaufs, einschliesslich des Preises, haben die Parteien Stillschweigen vereinbart», schreibt der orange Riese am Montagmittag.
Persán übernimmt alle Standorte der Mibelle-Gruppe in der Schweiz, in Frankreich, Grossbritannien, den Niederlanden, den USA und Australien. In der Schweiz sind das die Fabriken in Buchs AG und Frenkendorf BL. Im Zuge der Übernahme kommt es zu keinen Entlassungen, wie die Migros schreibt.
Wer ist der Käufer?
Die beliebten Eigenmarken-Produkte wie das kultige, orange Abwaschmittel «Handy» sowie die Produkte von «I am» und «Zoé» gibts auch weiterhin zu kaufen. «Zwischen der Migros und der Mibelle Group wurden langfristige Lieferverträge für die Segmente Home Care, Personal Care und Nutrition abgeschlossen», so die Migros. Nicht Teil des Deals ist die kleine südkoranische Mibelle-Tochter Gowoonsesang. Diese geht an den französischen Konzern L'Oréal. Dies hatte die Migros bereits im Dezember angekündigt.
Das spanische Familienunternehmen Persán mit Sitz in Sevilla hat nach dem Kauf neu mehr 3000 Angestellte. Persán ist vor allem in den Bereichen Körper- und Haushaltspflege tätig. Die Übernahme ist Teil der internationalen Expansionsstrategie. Bisher war das Unternehmen mit drei Werken in Spanien, Frankreich und Polen vertreten. Die Firma ist grösstenteils als Hersteller von Eigenmarken für verschiedene Handelsketten und Supermärkte tätig ist, produziert Produkte für die verschiedensten Marken.
Der Umbau ist abgeschlossen
Die Migros verfolgt mit dem Verkauf das Ziel, sich stärker auf ihre vier strategischen Geschäftsfelder Food, Non-Food, Finanzdienstleistungen und Gesundheit zu konzentrieren. Die Mibelle war der letzte Fachmarkt auf der Verkaufsliste. Vor einem Jahr hatte die Migros den Umbau gestartet. Damals trennte sich die Migros vom Elektronikhändler Melectronics, dem Sportartikelverkäufer SportX und dem Velohändler Bike World. So übernahm etwa der Elektrohändler Mediamarkt 20 von 37 Melectronics-Filialen. Der Rest wurde geschlossen. Die Hälfte der SportX-Filialen ging an Ochsner Sport.
Vor gut zwei Monaten hat der Detailhändler den Verkauf aller OBI-Filialen an die deutsche OBI-Gruppe bekannt gegeben, die auch die beiden Do-it-Filialen in Carouge GE und Nyon VD übernimmt.
Danach hat die Migros den Verkaufsvertrag für den grössten Brocken, die Reisetochter Hotelplan, unterschrieben. Käuferin ist die deutsche Konkurrentin Dertour, die hierzulande mit der Marke Kuoni gross im Geschäft ist. Dertour übernimmt aber nicht die ganze Hotelplan-Gruppe: Die Hotelplan-Tochter Interhome geht an den Berliner Ferienwohnungsspezialisten Hometogo.
Ende Februar kam dann eine weitere grosse Meldung. Die Micasa-Möbelläden wurden endlich verkauft. Die Mehrheit der Do-it-Baumärkte muss schliessen. Und die Genossenschaft Migros Zürich lässt den Franchisevertrag mit den Alnatura-Filialen auslaufen.
2 Kommentare
Sorry, die Mibelle ist nicht der letzte Fachmarkt auf der Liste. Die Mibelle ist ein Migros Industrie Produktionsbetrieb. Die Fachmärkte waren Verkaufsstellen. Ein kleiner, aber nicht unwichtiger Unterschied, denn Mibelle produziert zahlreiche geschätzte Eigenmarken wie "Handy" oder "Bircal", währenddem Fachmärkte Migros (und andere) Produkte verkaufen.
Mibelle ist kein Fachmarkt. Das ist ein Produzent und Teil der Migros Industrie.