Sergio Ermotti (64) und Karin Keller-Sutter (61) werden wohl nicht mehr beste Freunde. «Ich hätte nie erwartet, dass das grösste Hindernis für ein erfolgreiches Ergebnis von denselben Behörden kommen würde, die uns gebeten haben, die Herausforderungen der Credit Suisse anzunehmen.» Das schrieb der UBS-Chef vor einer Woche in einem offenen Brief an die Schweiz.
Der Streit ums Eigenkapitel brodelt. Die Behörden rund um Keller-Sutter verlangen von der UBS mehr Eigenmittel – bis zu 25 Milliarden Franken stehen im Raum. Das kommt für die Grossbank nicht infrage.
Jetzt kommt laut einem Reuters-Bericht Bewegung in die Angelegenheit: Die UBS sei bereit, «weitreichende Zugeständnisse» zu machen. Ermottis Grossbank schlägt unter anderem vor, die Investmentbank auf maximal 30 Prozent des Geschäfts zu begrenzen und zusätzlich fünf Milliarden Dollar Eigenkapital aufzubauen. Das berichtet Reuters am Mittwochmorgen unter Berufung auf Insider innerhalb der Bank.
Wegzug aus der Schweiz?
Ein UBS-Sprecher betonte gegenüber der Nachrichtenagentur, dass die Bank bereits zu den «am besten kapitalisierten Banken weltweit» gehöre. Man unterstütze grundsätzlich die Bemühungen der Regierung zur Stärkung der Finanzstabilität, solange keine unverhältnismässigen Belastungen entstünden.
Die Schweizer Regierung wird im Mai eine Schätzung vorlegen, wie viel zusätzliches Kapital UBS unter den neuen Regeln halten sollte. Der endgültige Genehmigungsprozess für die Regulierung könnte sich über Jahre hinziehen.
Klar ist: Der Streit um die Kapitalregeln hält den Paradeplatz in Aufruhr. Letzte Woche berichtete «Bloomberg», dass die UBS intern ernsthaft über einen Wegzug aus der Schweiz nachdenkt. Und Blick-Recherchen zeigten am Sonntag, dass in der UBS-Chefetage die Angst umgeht, eine geschwächte UBS könnte zur Übernahmekandidatin werden. Ein Szenario, an dem weder die UBS noch die Schweiz ein Interesse hat.