Baloise ist mit Schwung in das neue Jahr gestartet: Der Gewinn kletterte um 60 Prozent auf 385 Millionen Franken, das operative Ergebnis legte um 58 Prozent auf 545 Millionen zu. Davon profitieren auch die Anleger, die Dividenden sollen um 40 Rappen auf 8,10 Franken je Titel steigen (HZ Insurance berichtete). Trotz des guten Zahlenkranzes bleibt der Druck auf das Management hoch. 

Herr Müller, wie zufrieden sind Sie mit dem Jahresergebnis?

Ich bin sehr zufrieden mit dem operativen Teil des Jahresergebnisses, wir haben insgesamt ein gutes Ergebnis erzielt mit einer Verbesserung in der Versicherungstechnik und einer erhöhten Cash-Generierung. Damit haben wir auch die Basis geliefert für die verlässliche Ausschüttungspolitik, die attraktive Dividendenpolitik und den geplanten Aktienrückkauf. 

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Zur Person

2011 wurde Michael Müller Mitglied der Konzernleitung und CEO des Konzernbereichs Schweiz. Seit 2023 ist er Vorsitzender der Konzernleitung.

Welchen Beitrag hat die Refokussierungsstrategie bereits zu diesem Ergebnis geleistet?

Wir haben unsere Refokussierungsstrategie erst vor knapp vier Monaten kommuniziert, aber man sieht trotzdem bereits einige Auswirkungen – zum Beispiel bei der Bereinigung im Bereich der Ökosysteme und auch durch den Verkauf des Friday-Portfolios. Zudem sehen wir erste positive Schritte in der Kostenentwicklung und dass unsere Tarifmassnahmen wirken. Also ich bin sehr zufrieden, dass unsere Bemühungen nach dieser kurzen Zeit bereits erste Früchte tragen. Aber natürlich müssen noch weitere Schritte folgen, die dann in den finanziellen Kennzahlen ersichtlich sein werden.

Es ist unsere Aufgabe, die ambitionierten Ziele auch zu erreichen. 

Michael Müller, CEO Baloise

Trotz des erfreulichen Ergebnisses übt der aktivistische Investor Cevian weiterhin Druck aus, auch über die Medien. Wie gehen Sie persönlich damit um? 

Wir haben im September letzten Jahres unsere Strategie definiert und arbeiten hart daran, diese umzusetzen. Wir sind im regen Austausch mit unseren Aktionärinnen und Aktionären. Letztendlich ist es unsere Aufgabe, die ambitionierten Ziele, die wir uns selber gesetzt haben, auch zu erreichen.   

Welchen Einfluss haben die Forderungen von Cevian auf die strategische Neuausrichtung der Baloise? 

Im Rahmen unserer strategischen Neuausrichtung  haben wir verschiedenste Inputs von Marktteilnehmern aufgenommen und mit unserer Refokussierungsstrategie aus unserer Sicht das Optimum definiert, um Wert für alle Stakeholder zu generieren. Wir konzentrieren uns deshalb auch bewusst aufs Kerngeschäft. Dort liegen unsere Fähigkeiten, um am meisten Wert für die Aktionärinnen, Aktionäre, Partner, Mitarbeitenden, aber natürlich auch für den breitesten Teil unserer Anspruchsgruppen, unsere Kunden, zu schaffen.

Stehen die Baloise Bank und das Deutschland-Geschäft zur Disposition? 

Das Deutschland-Geschäft und die Baloise Bank AG sind ein integraler Teil unserer Refokussierungsstrategie. Es gibt aber auch klare Ziele für diese Geschäftsbereiche, zum Beispiel die Cash-Generierung im Umfang von 30 bis 50 Millionen Franken, die wir aus Deutschland erwarten. Oder die Wachstums- bzw. Kostenreduktionsziele für die Bank.

Ich fokussiere mich in meiner Arbeit darauf, unsere Strategie umzusetzen - und daran habe ich viel Freude.

Michael Müller, CEO Baloise

Es ranken sich derzeit viele Gerüchte um Baloise. Was macht das mit Ihnen, jetzt plötzlich als Übernahmekandidat zu gelten? 

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Übernahmegerüchte grundsätzlich nicht kommentieren. Das gilt auch für die Gerüchte um mögliche Zusammenschlüsse. Ich fokussiere mich in meiner Arbeit darauf, unsere Strategie umzusetzen – und daran habe ich viel Freude.

Steigt durch die vielen Gerüchte nicht auch die Verunsicherung bei den Mitarbeitenden?

Unsere Mitarbeitenden sind stark damit beschäftigt, die Refokussierungsstrategie umzusetzen und diese ins tägliche Leben zu überführen. Wir sehen an den Resultaten, dass dieses Engagement Früchte trägt. Was wir auf der ersten Wegstrecke erreicht haben, darauf dürfen wir als Unternehmen stolz sein - und unsere Mitarbeitenden sind es auch. Wir haben noch eine gute Wegstrecke vor uns. Deshalb gilt es, weiterhin die Ärmel hochzukrempeln und die definierten Massnahmen umzusetzen. 

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Welche Ziele haben Sie sich für dieses Jahr gesetzt?

Wir haben in allen Bereichen klare Massnahmen definiert, die wir umsetzen wollen. Vor allem im Bereich der Kosten ist noch ein signifikantes Wegstück zu gehen. Die entsprechenden Massnahmen haben wir aufgegleist. Was das Zielkundenwachstum anbelangt, gibt es ebenfalls viele Themen, die uns in diesem Jahr beschäftigen. Wir wollen diesbezüglich noch besser am Markt agieren und damit das Wachstum ankurbeln.