Die Schweiz will in der digitalen Welt eine führende Rolle spielen. Ist die Regierung bereit? Der «Digital-Check» gibt Aufschluss.
Simonetta Sommaruga, Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)
Die Vorsteherin des Justizdepartements hatte – zumindest früher – ein ambivalentes Verhältnis zu Hightech. Als ehemalige Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz nervte sie sich über den Energieverbrauch und die Preise von Computern und Setup-Boxen. Zudem meinte sie im 68er-Groove: «Die Informationstechnologie ist eine Technologie des Nordens.»
Diese würde die Kluft zwischen Nord und Süd nur vertiefen. Sie verkörpert damit all jene SP-Kreise, die beim Thema Digitalisierung eine Substitution von Mensch durch Maschine sehen und weniger die Jobchancen, die durch neue Geschäftsfelder entstehen können.
Heute sorgt sie berufsbedingt dafür, dass die Gesetze rund um Datensicherheit eingehalten werden. Sie tut dies mit viel Akribie. Die Federführung für das neue Datenschutzgesetz liegt bei ihrem Departement. Sommarugas wichtigstes Projekt aber ist die E-ID, eine sichere und einfache, elektronische Identität im Internet.
Diese wird zwar gemeinsam von privaten und Staatsbetrieben – UBS, CS, ZKB, Post, Swisscom und SBB – herausgegeben, Sommarugas Departement aber trägt das Anerkennungsverfahren und die Kontrollfunktion bei. Derzeit ist sie daran, die Botschaft fürs Parlament vorzubereiten.
Berufliche Affinität: 3
Persönliche Affinität: 3